Mit-einander musizieren

Die Fachgruppe Musik im DVBS führt wieder ein Fortbildungsseminar im Stephansstift in Hannover durch.

Das Seminar richtet sich an Musikpädagogen und Erzieher, aber auch an Eltern. Kinder können an einem speziell für sie eingerichteten Programm teilnehmen.
In Gesprächen, Kurzvorträgen und Workshops laden wir Sie zu einem wochenendfüllenden Aha-Erlebnis ein. Die Themen orientieren sich an Fragen, die regelmäßig wieder gestellt werden.
Wenn Sie teilnehmen möchten, können Sie gerne ein Instrument ihrer Wahl mitbringen.

Programm

Freitag, 17. September
18 Uhr: Abendessen
19:30 Uhr: Musik macht Spaß - Musik machen erst recht
Ein Musikinstrument zu erlernen ist für alle Kinder eine spannende Erfahrung und eröffnet ihnen ein Tor in neue Welten. Welches Instrument eignet sich für einen guten Einstieg? Erfahrungsberichte zu dieser Frage.
(Heike Fuß, München und Beate Hesse, Friedberg)

Samstag, 18. September
9 Uhr: Mit und ohne Noten - Über die Bedeutung der Notenschrift
Zunächst vergegenwärtigen wir uns den allgemeinen Stellenwert der Notenschrift für die musikalische Praxis. Im Anschluss skizzieren wir die Bedeutung der Braille-Notenschrift und geben erhellende Einblicke in ihr System.
(Martin Rembeck, Hannover)
10:15 Uhr: Kaffeepause
10:30 Uhr: Singen mit Braillenoten
Louis Brailles geniale Erfindung, das 6-Punkte-System für den Tastsinn, hat er auch für seine Notenschrift verwendet. Durch gemeinsames Singen von bekannten und weniger bekannten Liedern wird ein Einblick in Erarbeitung und Lerntechnik von Gesangsstücken vermittelt.
(Gabriele Firsching, Nürnberg)
12 Uhr: Mittagessen
14 Uhr: Lehrmittel gestern und heute
Auf einem kleinen Spaziergang durch Europas größten Stadtwald besuchen wir das Landesbildungszentrum für Blinde. In dem Jugendstil-Ensemble befindet sich das Blindenmuseum.
16 Uhr: Kaffeepause
16:30 Uhr: Auswendigspielen - kann man das lernen?
Musizieren ist eine der komplexesten Aufgaben mit höchsten Ansprüchen an die zeitlich-räumliche Präzision und führt zu Anpassungen, welche die Struktur und Funktion des Gehirns verändern. Es gibt „hirngerechte“ Übestrategien, die vorgestellt werden sollen mit anschließenden Fragen und Erfahrungsberichten.
(Dr. André Lee, Hannover)
18 Uhr: Abendessen
19:30 Uhr: Musik machen als Beruf?
Welche Möglichkeiten für blinde Menschen gibt es, wenn aus der Begeisterung zur Musik eine Berufung wird? Tontechniker, Kirchenmusiker, Schulmusiker, Instrumentalpädagogen, Klavierstimmer geben Auskunft.

Sonntag, 19. September
9:15 Uhr: Immer nur spielen, was da steht?
Komposition und Improvisation sind zwei untrennbare Seiten einer Medaille. An praktischen Beispielen soll gezeigt werden, wie improvisatorisches Lernen funktionieren kann.
(Dr. Corinna Eikmeier, Lübeck)
11:30 Uhr: Feedback des Seminars.
12 Uhr: Mittagessen und Abreise.

Referentinnen und Referenten

Corinna Eikmeier studierte Cello und Improvisation und ist Feldenkrais-Lehrerin. Sie promovierte in Wien zum Thema „Bewegungsqualität und Musizierpraxis. Zum Verhältnis von Feldenkrais-Methode und musikalischer Improvisation“. Sie lehrt das Fach Improvisation seit 2007 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. 2017/18 war sie Gastprofessorin an der Brandenburgischen technischen Universität Cottbus/Senftenberg für Musikpädagogik. Seit 2020 ist sie Professorin für Instrumental- und Gesangspädagogik an der Musikhochschule Lübeck.

Gabriele Firsching war Musiklehrerin am bbs Nürnberg. Dort leitete sie den Kinder- und Jugendchor, unterrichtete Musik in Blinden- und Sehbehindertenklassen, erteilte Klavier- und Blockflötenunterricht. An der Berufsfachschule für Musik unterrichtete sie Gesang und Braillenotenschrift. Sie leitet den Conrad-Paumann-Chor, Nürnberg, einen gemischten Chor mit blinden, sehbehinderten und sehenden Sängern und eine Blockflötengruppe.

Beate Hesse Musiklehrerausbildung in den Fächern Klavier und Orgel in Österreich; Weiterbildung an der Musikakademie Remscheid „Instrumentalspiel mit Behinderten“; Musiktherapiestudium in Frankfurt/Main zum Thema „Musiktherapie mit geburtsblinden Kindern“; seit 1985 Musiklehrerin/Musiktherapeutin an der Johann-Peter-Schäfer-Schule Friedberg – ÜBFZ Sehen; seit 2001 Leitung der Kinder- und Jugendchöre der Ev. Kirchengemeinde Gambach; seit 2010 Leitung der AG Musik im VBS mit Organisation mehrtägiger Musikfortbildungen und Dozententätigkeit zu blindenpädagogischen Themen.

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