Gelbe Karte für E-Scooter

Ein Roller steht quer auf dem Gehweg. An seinem Lenker ist eine längliche gelbe Karte mit dem Text „Gelbe Karte für Falschparker“ angebracht.

„Diesen Schritt zurück machen wir nicht mit“, erklärt Lange. 5000 gelbe Karten werden in ganz Niedersachsen in den nächsten Tagen an die E-Scooter angehängt, die als Hindernisse abgestellt sind. „Wir wenden uns damit an die Nutzerinnen und Nutzer der Roller, um diese für die Problematik zu sensibilisieren. Gleichzeitig werden wir gesellschaftlich und politisch Druck machen, damit reguläre Parkmöglichkeiten für diese Fahrzeuge entstehen“, macht Lange deutlich.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. und der Fachverband Fußverkehr Deutschland e. V. hatten das Szenario bereits beim Start der E-Scooter vorhergesehen. Wäre es nach Verkehrsminister Scheuer gegangen, hätten diese auch auf Gehwegen fahren dürfen. Gerade noch rechtzeitig konnten die beiden Verbände das Vorhaben verhindern – das wilde Abstellen in dem Bereich, der einzig zu Fuß Gehenden vorbehalten sein sollte, leider nicht. Ob quer abgestellt oder liegend sind sie nicht nur eine Barriere für blinde und seheingeschränkte Passant*innen, sondern für alle Menschen, vor allem aber für die, die in Rollstühlen, mit Kinderwagen und Rollatoren unterwegs sind. Vielerorts ist es bereits zu schweren Stürzen gekommen.

Ein Blick nach Wien zeigt eine überraschend einfache Lösungsmöglichkeit. An 120 über die gesamte Stadt verteilten Bikeboxen kann man Fahrräder entleihen. Die Rückgabe erfolgt durch Einstecken des Citybikes in einen freien Stellplatz an einer beliebigen Station. Damit hört auch die Kostenuhr auf zu laufen.

Hans-Werner Lange fordert, dieses Modell auf E-Scooter zu übertragen und in deutschen Städten umzusetzen: „Der Kostenfaktor zieht. Kaum jemand käme dann auf den Gedanken, seinen Roller außerhalb der Boxen abzustellen.“ Entscheidend ist aber auch, dass die E-Scooter-Boxen selbst nicht zu Hindernissen werden. Abseits der Fußgängerbereiche können sie z. B. in Parkhäusern und auf Parkplätzen errichtet werden. Lange betont: „Nicht aber auf dem Gehweg, dem letzten Refugium der schwächsten Verkehrsteilnehmer: der Fußgänger.“

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